JAHRESABSCHLUßINFO
1998
 
 
Armutsbekämfung, Nachhaltigkeit, Gesundheitsvorsorge, Frauenförderung, Umweltschutz

All die erwähnten Schlagworte, Grundsätze, Leitlinien (und wie sie auch noch heißen mögen) der sogenannten Entwicklungshilfe finden wir in unserer Arbeit.

Dennoch stellen wir fest, daß es fast unmöglich ist, an die großen Fördertöpfe der EU, des BMZ und der KfW zu gelangen. Bei der Antragstellung dort ist ein Höchstmaß an Fachwissen gefordert, das wir uns als Ehrenamtliche kaum aneignen können. Große Nichtregierungsorganisationen haben ganze Abteilungen, die sich um die Förderrichtlinien kümmern und Anträge danach ausarbeiten.

So stellen wir fest, daß wir von bestimmten Förderungen allein deshalb ausgeschlossen sind. Strukturelle Benachteiligung?

Aber vielleicht ist es auch ganz gut, nicht von öffentlicher Förderung abhängig zu sein, denn wohin die bundesdeutsche Entwicklungspolitik geraten ist, hat nicht mehr viel mit Moral zu tun.

Nur einige Fakten: Das BMZ gibt für "die Armen" weniger als 20% seines Budgets aus, nicht mal 5% für selbsthilfeorientierte Armutsbekämfung.

In einem kürzlich veröffentlichten Gutachten im Auftrag des BMZ wurde nochmal betont, daß ca. 240.000 Arbeitsplätze hierzulande von der Entwicklungszusammenarbeit abhängen, daß von jeder Mark 80 Pfennige in Form von Aufträgen an die deutsche Wirtschaft zurückfließen.


Jahresbericht und Planungen:

Baden-Württemberg-Antrag

Ende Oktober kam der Zuwendungsbescheid zum bereits 1997 gestellten Antrag "Unterstützung von Basisgruppen ländlicher Entwicklung durch die (Teil-) Finanzierung des angepaßten Transportmittels Fahrrad und Verbesserung der Montage- und Lagerkapazitäten der zu verteilenden Fahrräder in Uganda". Bewilligt wurde die Gesamtantragssumme von 70.000 DM wobei der Eigenanteil der JuHi 18.000 DM beträgt und der des ausländischen Trägers (Bicycle Sponsorship Workshop and Project) 2.000 DM. Die Arbeiten dazu laufen auf Hochtouren, da das Geld dazu noch in diesem Jahr abgerufen werden muß sowie mit dem Projekt begonnen werden soll.

Von diesem Geld werden zum einen für 40.0000 DM Räder angeschafft und für 30.000 DM eine Erweiterung der Montagekapazitäten (ggf. mit Umzug des Projektes).

Mit der Hilfe von euren Spenden können wir die Gelder für Fahrräder so vermehren und letztendlich ein wenig mehr dem Bedarf entsprechen.


Richard 1999 in Österreich, England, Holland und Deutschland

Richard Kisamadu ist nach der Annahme seines Themenpapiers eingeladen, an der Velo-City Konferenz 1999 (13.-16.April) in Graz und Maribor als Referent teilzunehmen.

Das Motto dieser Konferenz ist: "The Bicycle Crossing Frontiers". Richards Thema wird "women on the move" sein und da ist es selbstverständlich, daß eine Fahrradnutzerin als Co-Referntin dabei sein wird.

Im Anschluß an diese Konferenz ist im Mai und Juni eine Fundraising-Tour mit Diavorträgen und Diskussion geplant. Die Reiseroute zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Rundbriefes noch nicht eindeutig feststand, werden wir bis zum April 1999 die genauen Termine und Orte noch einmal für Euch rundschicken.

Hier aber der Tourplan, soweit er schon feststeht. Orte und Zeiten bei den jeweiligen Kontaktpersonen erfragen.

Vielleicht wollt Ihr selber in eurer Stadt einen Infoabend organisieren, habt Kontakte oder einfach Lust dazu, dann meldet Euch bitte möglichst bis Ende Februar bei uns (Thankirchen 3, 83623 Dietramszell), damit wir den Tourverlauf genau planen können. Je mehr Veranstaltungen wir über ganz Deutschland verteilt machen, um so mehr wird unsere Arbeit bekannt und ernstgenommen.

Finanzierung des Aufenthaltes

Einladung zur Konferenz heißt leider, daß nicht die Kosten für die Anreise und den Aufenthalt der ReferentInnen übernommen werden. Wir haben dafür zu sorgen. Anfragen bei uns nahestehenden Organisationen haben erfreulicherweise schon ergeben, daß der Flug von Richard von mobilité (Köln) und der von der Rose vom ADFC-Bundesverband übernommen werden. Vielen Dank den beiden dafür!!

Darüberhinaus werden aber noch einige Kosten entstehen für den ganzen begleitenen Kram (Visakosten, Krankenversicherung...), Bahnfahrten und Taschengeld für die beiden. Weil wir dieses Geld nicht von den zweckgebundenen Fahrradspenden nehmen möchten, bitten wir Euch, uns Spenden dieses Mal zur freien Verfügung zu überlassen. Wir haben dann den Spielraum es auch für die Finanzierung des Aufenthaltes zu verwenden.

Ein Aufenthalt und damit die Informationstour wird nicht nur die "Fahrradsponsoring-Idee" bekannter machen, sondern sicherlich wieder viele Räderspenden zur Folge haben. Deswegen lohnt es sich auf jeden Fall, Geld für die Tour zu verwenden.

Natürlich werden wir auch weiterhin nach Sponsoren Ausschau halten. Solltet Ihr davon überzeugt sein, so spendet bitte auf das bekannte Spendenkonto 100 95 27 37 bei der Spardabank Karlsruhe, BLZ: 660 905 00 mit dem Vermerk "Zur freien Verfügung".

ACHTUNG: Bei der Überweisung nach wie vor darauf bestehend, daß auch die SpenderInnenadresse komplett übermittelt wird!


Die Jahreshauptversammlung in Karlsruhe
 

die 26.9.98 stattfand, faßte u.a. folgende Beschlüsse:

- der Vereinssitz der Jugendhilfe Ostafrika e.V. wird innerhalb von Karlsruhe verlegt. Da Julian Kaller aus beruflichen Gründen wegziehen mußte, erklärte sich Eva Rudolph bereit den Verein zu "beherbergen". Neue Vereinsadresse in Karlsruhe ist also:
Jugendhilfe Ostafrika e.V., Blattwiesenstr. 6, 76227 Karlsruhe, Tel: 0721-403847.

Die Postadresse für allgemeine Anfragen bleibt in Thankirchen 3, 83623 Dietramszell, Tel und Fax 08027-7114, e-mail africa.bike@ilo.de.

Bei der Bankverbindung ändert sich nichts, also noch immer Konto 100 95 27 37 bei der Sparda-Bank Karlsruhe BLZ 660 905 00 für Räderspenden.

Der neue (und erweiterte) Vorstand:

1. Vorsitende: Adelheid Schulte-Bocholt, Dietramszell 
Stellvertretende Vorsitzende: Eva Rudolph, Karlsruhe
Kassierer: Emmeram Raßhofer, Dietramszell
Zwei BeisitzerInnen: Christa Faist, Karlsruhe, Michael Rau, Mähringen 
Kassenprüfer: Julian Kaller, Bensheim


Richard wird als Fachmann in Sachen Fahrräder angefragt
 

... von der Ev. Akademie in Bad-Boll zur Vorbereitung und Durchführung eines Workshops in Harare/Zimbabwe während des ökumenischen Weltkirchenratstreffens jetzt im Dezember 98

... von dem Weltbank-Fahrradprojekt (ja sowas gibt es wirklich, aber es finanzieren ausschließlich die Holländer) in Morogoro, Tanzania, um einen Reparatur-Workshop durchzuführen.

...evtl. im Herbst 1999 zu einer weiteren Tagung zum Thema "Sustainable Mobility" in Europa.

Es kristallisiert sich heraus, daß die langjährige Arbeit auch auf struktureller Ebene Früchte trägt, daß die MitarbeiterInnen von "Bicycle Sponsorship Project and Workshop" in weiten Kreisen als ExpertInnen mit dem nötigen praktischen Wissen anerkannt werden.


Wichtiger Termin:

17. bis 19. Juni 1999 Weltwirtschaftgipfel in Köln. Informationen zum Gegenprogramm bei WEED Tel. 0228/696479.

Vielleicht könnten wir ja alle hingehen, denn die rechnen mit ziemlich wenig Beteiligung. Und zum gegenseitigen Outen tragen wir alle ein Fahrrad-T-Shirt aus Uganda (gibs bei uns zu bestellen für 20 DM, Göße L und XL). Richard wird damit leicht zu erkennen sein...


Projekt von Morence Mpora

Im Augenblick ist - nach Überfällen - wieder etwas Ruhe in Kichwamba eingekehrt. Morence berichtet, daß die Kinder gesund seien und gerne in die Schule gehen. Einige von den älteren Schülern hat er am Schulort in Fort Portal untergebracht, so daß sie nicht mehr täglich 2 x 18 km zur Schule zurücklegen müssen.

Er bittet um die letzte Rate für das Schulgeld und wir haben ihm 2000,- DM dafür überwiesen.

Ein Jahresbericht von Morence liegt noch nicht vor, dafür ein Bericht von Michael Rau, der das Projekt besucht hat und sehr beeindruckt ist von dessen Führung durch Morence. Die Kinder werden gut versorgt mit Essen, das teilweise bereits selber erwirtschaftet ist, Kleidung und medizinische Betreuung.

Morence ist in der Lage, immer wieder ein Kind aufzunehmen und es auf dem Camp oder bei anderen Familien unterzubringen, so daß die Zahl seiner Schützlinge ständig steigt.

 

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