Fahrradwerkstatt im Kinderheim "Umudugudu" in Rwanda
 
     
     
Aus einem Schreiben von Markus Hahn, Ostern 1997: 

>....Nach nunmehr drei Jahren nach den schrecklichen Massakern hat sich das Alltagsleben in Rwanda längst wieder normalisiert, auch wenn es hier und da natürlich noch einige Schwierigkeiten gibt. Viel ist äußerlich von den Zerstörungen nicht mehr zu sehen. 
Die neue Regierung hat die Lage in Rwanda gut im Griff und ganz allgemein läßt sich sagen, daß es hier wirklich ruhig ist. Für Außenstehende (die wir Weiße ja meistens sind), ist nichts zu spüren von den Feindseligkeiten und dem geschürten Rassismus, der so vielen Menschen das Leben kostete. 
Alles scheint seinen normalen Gang zu gehen. Nur an den häufigen Kontrollen der Militärpolizei läßt sich erahnen, daß es hier in Rwanda noch einige Zeit brauchen wird, bis daß sich die Lage wirklich beruhigt hat. Vor allem jetzt, da seit Mitte November 1996 mehr als 2 Mio. Menschen aus Flüchtlingslagern in Tanzania und Zaire zurückgekehrt sind und das die gesamte Situation eher verschärft hat, nicht nur was die Versorgungslage mit Nahrung und Unterkunft anbelangt. 
Unter den zurückgekehrten Flüchtlingen befanden sich auch viele an den Massakern vor 3 Jahren beteiligten Mörder. Nun hat die Regierung das Problem, alle Mörder erst aufspüren zu müssen, um sie einsperren zu können....Da so etwas dauert ist es deshalb leider auch schon wieder zu erneuten Mordanschlägen gekommen. Wie lange diese derzeitige angespannte Sicherheitslage in Rwanda andauern wird, läßt sich momentan allerdings noch nicht beantworten. ... < 

Markus Hahn war von Dezember 1996 bis April 1997 im Jugenddorf in Musha, um dort v.a. eine Fahrradwerkstatt aufzubauen und einige Jugendlichen in Sachen Fahrradreparatur auszubilden. mit seinem Tun ist nun die Grundlage gelegt, um auch in Rwanda ein "bicycle sponsoring project" aufzuziehen, wie es schon seit Jahren in Jinja läuft. Der Fahrradbedarf ist in Rwanda noch ziemlich groß; zumal mensch in Rwanda bei weitem noch nicht so viele Räder sieht, wie beispielsweise im Nachbarland Uganda. Auch wenn Radfahren in Rwanda aufgrund der sehr hügeligen Landschaft ziemlich erschwert ist, kann mit dem Rad täglich mehrere Stunden Arbeitszeit eingespart werden und ist somit eine große körperliche Entlastung, da nicht mehr soviel auf dem Kopf transportiert werden muß. 

Nun wird Mitte August 1997 Hannes Schindler, Gründer der Fahrradidee und ehemaliges langjähriges Mitglied der jugendhilfe ostafrika e.v., sich für längere Zeit im Jugenddorf in Musha aufhalten, um sich u.a. auch um die Fahrradbelange zu kümmern. die Arbeit vor Ort wird also auch nach Markus weiter gehen. 

Wer noch nähere Informationen zum Projekt Musha, Rwanda haben möchte, wende sich bitte an uns 

 
 

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